Updates von Serversystemen sind nicht selten ein leidiges Thema. Gerade SharePoint-Server können sich dabei als durchaus zickig und zeitraubend hervortun. Hier ein paar Erfahrungen vom Wochenende.

Zunächst einmal, egal um welches System es sich handelt, eine vernünftige Vorbereitung des Updates ist obligatorisch. Idealerweise ist das Ganze, gem. ITIL, als ordentlicher Prozess definiert, und enthält eine umfassende Vorbereitungs-, Durchführungs- und Nachbereitungsphase, inkl. aller erforderlichen Tätigkeiten und zu beteiligenden Rollenträger. Ist man in der eigenen Firma noch nicht so weit, sollte man dennoch nicht einfach loslegen. Tests, in einer adäquaten Testumgebung, sind grundsätzlich zu empfehlen. Fehlen dazu die Ressourcen, sollte man sich zumindest, und das ist tatsächlich eine absolute Mindestanforderung, über alle zu installierenden Patches umfassend und detailliert informieren. Sowohl offizielle Seiten als auch die Community geben hier gerne Auskunft und weisen ggf. auf mögliche „Problemkinder“ und Workarounds dafür hin. In dem Fall muss man allerdings in Kauf nehmen, das Patches nicht unmittelbar nach Veröffentlichung, sondern erst mit einiger Verzögerung installiert werden können, da man ansonsten nicht auf die genannten Erfahrungswerte zurückgreifen kann. Darüber hinaus sind in jedem Fall aktuelle Backups aller betroffenen Systeme zu erstellen. Wurde das Einspielen von Backups schon mal getestet? – Darüber sollte man auch einmal nachdenken.

Hat man sich dann ausreichend informiert und am besten auch getestet, kann es los gehen. Für den Change am Produktivsystem sollte in jedem Fall ein Wartungsfenster geplant und rechtzeitig, wiederholt angekündigt werden. Am besten das Ganze außerhalb der Regelarbeitszeiten (sofern es das gibt) durchführen, dann hat das ausführende Personal prinzipiell mehr Ruhe und weniger Stress.

Bei der Durchführung hangelt man sich dann, wenn nicht explizit anders vorgegeben, vom Allgemeinen zum Speziellen. D.h. in unserem Fall erstmal die Server 2012 R8 Updates, dann SQL, dann WAC, dann SharePoint-Serversysteme. Dabei sei darauf hingewiesen, dass nicht alle Patches über den Windows-Update-Center zur Verfügung gestellt werden. Bspw. WAC und SharePoint, obwohl Microsoft-Produkte, müssen manuell heruntergeladen werden. Weiß man das nicht, „vergisst“ man schnell mal das ein oder andere Patch.

Der Durchlauf der Installation ist dann ebenfalls nicht selten seeeehr langwierig. Vor allem die SharePoint-Patches (mal wieder) sind äußerst Zeitintensiv. Allerdings gibt es Möglichkeiten, das Ganze zu beschleunigen. Ein wirklich hilfreiches Skript findet man unter folgendem Link: https://blogs.msdn.microsoft.com/russmax/2013/04/01/why-sharepoint-2013-cumulative-update-takes-5-hours-to-install/ . Es deaktiviert vor dem Beginn der Installation einige Dienste, was den Durchlauf tatsächlich um ein Vielfaches beschleunigt. Das Skript sollte unbedingt bis zum Ende durchlaufen (Powershell-Fenster bis zum Schluss offen lassen), damit auch alle deaktivierten Dienste wieder aktiviert werden. Das kann man zur Not natürlich auch manuell nachholen, aber dann sollte man auch Wissen, an welcher Schraube zu drehen ist. Generell lohnt es sich immer, bevor man ein solches Skript einsetzt, erstmal anhand des Code zu checken, was dieses bewirkt, worauf es zugreift und was es ggf. im System verändert. Lässt sich das nicht nachvollziehen: lieber Finger weg!

Kommt es nach der Installation zu Fehlermeldungen, sollte man nicht gleich in Panik verfallen. Ein Systemneustart, obwohl nicht gefordert, kann häufig Abhilfe schaffen. Auch sollte man prüfen, ob alle erforderlichen Dienste wieder automatisch auf allen Systemen angelaufen sind. Im Großen und Ganzen muss alles erstmal wieder in die Gänge kommen. Dann funktioniert es in 9 von 10 Fällen auch wieder ohne Probleme. Läuft es nicht, sollte man ein ggf. genutztes Skript mal gegenchecken, oder prüfen ob man ggf. etwas übersehen hat, beim Testen, bei der Recherche im Internet, bei der Durchführung. Im Zweifelsfall muss ein Roll-back und ein neuer Anlauf erfolgen. Es liegt natürlich ein aktuelles Backup für den Fall der Fälle bereit.